die digitale Fotografie hat viele Einsatzgebiete

Die digitale Fotografie – Steckbrief einer Revolutionärin

Spätestens seit dem Beginn des neuen Jahrtausends hat die digitale Fotografie die Weiten der Fototechnik im Sturm erobert. Sie hat die analoge Fotografie auf die hinteren Ränge verdrängen können und damit eine Herrschaft beendet, die weit in das 19. Jahrhundert hineinreicht. Doch wodurch ist ihr diese Revolution gelungen?

Alles in einem – Die Vorteile der Digitalfotografie

Die digitale Fotografie unterscheidet sich von ihren Vorgängern vor allem dadurch, dass sie, wie der Name verrät, Bilder digitalisiert und sie dadurch schneller und vor allem ohne nennenswerten Mehraufwand zur Verfügung stellt.

Das bedeutet auch, dass – von dem Erwerb entsprechender Speichermedien abgesehen – keine Mehrkosten für den Betrieb einer Digitalkamera entstehen. Man denke dabei etwa an

  • den Film,
  • das Fotopapier
  • oder gar an die Zeit, die für die Entwicklung eines Bildes bei der analogen Fotografie aufzubringen ist.

Bei digitalen Bildern ist die Fotoentwicklung nicht länger mit mühseligem Arbeitsaufwand verbunden, sondern hängt einzig und allein von der Leistungsfähigkeit des Mediums ab, auf dem sie nach dem Fotografieren betrachtet werden.

Sofern es sich dabei nicht um einen uralten Rechner handelt, der nur aufgrund nostalgischer Anwandlungen noch nicht dem Sondermüll zugeführt wurde, gestaltet sich die Betrachtung der Fotos in der Regel recht problemlos.

Gleiches gilt für

  • die beliebige Vervielfältigung,
  • Manipulation
  • und anderweitige Bearbeitung eines digitalen Bildes.

Das Einscannen eines entwickelten Fotos ist dazu nicht länger nötig, denn der Transfer kann nun über ein elektronisches Speichermedium erfolgen.

Die aktuellen Kameramodelle können mittlerweile sogar schon integriertes W-LAN zu ihrem technischen Arsenal zählen, wodurch die Bereitstellung der Fotos vollständig vereinfacht wurde.

Durch die digitale Rückwand ihrer Kamera sind Fotografen überdies dazu in der Lage, die zuvor geschossenen Bilder mit einem einfachen Knopfdruck aufzurufen und zu überprüfen.

Eine technische Revolution, die ihre Wirkung gezeigt hat. Sie öffnete die Tür zu einem weiten Feld an neuen Möglichkeiten. Vor allem aber erleichtert diese Neuerung die Arbeit derjenigen, die sie sich zu Nutze machen. Neben hauptberuflichen Fotografen verstehen auch andere Berufszweige die Fotografie als essentiellen Teil ihrer Arbeit. So sind es im Dienstleistungsbereich vor allem Privatdetektive, die aus der Digitalfotografie einen großen Nutzen ziehen können.

Die Digitalkamera – der beste Freund des Privatdetektivs

Jochen Meismann, Geschäftsführer der A Plus Detective GmbH, berichtet im Gespräch, dass Digitalkameras in unterschiedlichen Varianten eines der wichtigsten Werkzeuge von Detektiven sind.

Zu den Hauptaufgaben eines Detektivs zählt es vor allem, Indizien zu sammeln und zu sichten, um daraus nach Möglichkeit stichhaltige Beweise entwickeln zu können und diese an den jeweiligen Auftraggeber weiterzuleiten.

In diesen Bereich fällt in sehr vielen Fällen auch die ausführliche Dokumentation aller auftretenden Indizien bei der Beobachtung einer Zielperson.

Um bei der Beweisführung später nicht aus dem Gedächtnis schöpfen zu müssen, empfiehlt es sich dabei natürlich, die Handlungen, Begegnungen oder gar das Erscheinungsbild des oder der Beobachteten fotografisch festzuhalten, sofern es mit dem geltenden Gesetz in Einklang zu bringen ist.

Welches Werkzeug wäre dafür geeigneter als die digitale Fotografie?

Tatsächlich dürfen Privatdetektive unter der Wahrung strenger rechtlicher Richtlinien Personen im Rahmen eines Auftrages fotografieren. Etwa dann, wenn sie Zeugen einer Handlung werden, die unter den Straftatbestand fällt und deshalb dokumentiert werden sollte. Hier sind laut Jochen Meismann sehr strenge Maßstäbe anzusetzen, die zu beachten sind. Die Persönlichkeitsrechte sind stets einzuhalten.

Wer einem potentiellen Gesetzesbrecher auf der Spur ist, sollte dabei stets so diskret wie möglich sein und Vorsicht walten lassen. Auch ein ausreichender Abstand zu der beobachteten Person ist unbedingt einzuhalten, um nicht unnötig aufzufallen.

Möglicherweise ist es jedoch vor allem Geschwindigkeit, die zum rechten Moment einen entscheidenden Unterschied machen kann.

Deshalb ist es für einen Privatdetektiv ratsam, die eigenen Werkzeuge auf ihren praktischen Nutzen hin zu überprüfen und sie darauf basierend auszuwählen. Zudem sollte er darauf achten, dass er alle Utensilien in seinen Jacken- oder Hosentaschen verstauen kann, um seine Beweglichkeit im Einsatz nicht zu behindern. In der Regel erfüllt eine handelsübliche Digitalkamera all diese Anforderungen einwandfrei.

Früher wusste der Ermittler früher nicht, ob das „geschossene“ Foto auch wirklich gelungen ist. Es dauerte immer seine Zeit bis er die entwickelten Fotos aus der Schwarz-Weiß Fotografie auf dem Tisch hatte. Heute reicht der kurze Blick aufs Display um zu sehen, ob alles abgelichtet wurde, was abzulichten ist. Ein ganz enormer Vorteil der digitalen Fotografie gegenüber der analogen.

Die digitale Fotografie in der Praxis – wie kann sie helfen?

Mit Hilfe der digitalen Fotografie kann der Detektiv unauffällig und schnell eine große Vielzahl von Bildern schießen, um die Dokumentation eventueller Ereignisse zu erleichtern. Er ist nicht mehr an die Kapazitäten des analogen Films gebunden.

Außerdem kann er diese Bilder, wenn er das möchte, bereits einen Augenblick später auf der digitalen Rückwand der Kamera sichten und vergrößern, um Details prüfen zu können. Bei einem analogen Modell hingegen könnte er sich dessen nicht sicher sein und müsste die Fotos zunächst entwickeln lassen.

Mit einer ausklappbaren digitalen Seiten- oder Rückwand wäre er zudem in der Lage, um Ecken oder andere Hindernisse herum zu fotografieren, zu filmen oder auch nur sehen, ohne dabei auf eine Bildvorschau verzichten zu müssen.

Dies ist beispielsweise ratsam, wenn der Privatdetektiv sich in unmittelbarer Nähe der Zielperson befindet, aber selbst nicht in Erscheinung treten möchte.

Für den entgegengesetzten Fall, dass er mit dem Gegenstand seiner Beobachtung in unmittelbaren Kontakt treten möchte, kann er die Selbstauslöser-Funktion verwenden, um die Interaktion festzuhalten, ohne selbst die Fotos auslösen zu müssen.

War der Detektiv nun mit seinen Beobachtungen erfolgreich und ist von seinem Einsatz zurückgekehrt, kann er die aufgenommenen Bilder sichten, analysieren und auf ihre Tauglichkeit hin bewerten. Die Fotos lassen sich am Rechner einlesen, sammeln, vervielfältigen und verschicken, etwa um Kollegen bei ihrer Arbeit zu unterstützen oder um sie dem Auftraggeber zukommen zu lassen.

Ein zusätzliucher Vorteil der Digitalfotografie ist nun, dass jedes einzelne Bild mit Datum und Uhrzeit versehen ist, was zum einen natürlich die Dokumentation erleichtert, zum anderen aber auch die Beweisführung unterstützen kann.

Die klare Beweislage führt zu einem eindeutigen Schluss

Ein Blick auf die gesammelten Indizien verrät, dass die Digitalfotografie die Arbeit der Privatdetektive erheblich erleichtern kann.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass

  • die große Speicherkapazität,
  • das handliche Format der Kameras,
  • die hohe Leistungsfähigkeit,
  • der Wegfall der Betriebskosten,
  • die problemfreie und unmittelbare Sichtung der Bilder,
  • die unkomplizierte Verfielfältigung,
  • die erleichterte Dokumentation,
  • die hochauflösende Bildqualität
  • und die Kompatibilität mit den meisten Speichermedien des 21. Jahrhunderts,

entscheidende Faktoren in der Welt eines Detektivs sind. Die Digitalfotografie ist somit zu der wichtigsten Waffe eines Privatdetektivs in seinem Kampf gegen das Verbrechen geworden. Der Beweis dafür ist erbracht.

Fotokunst experimentelle Fotografie

Experimentell ist definitiv ein Thema, wenn es darum geht den Interpretationsspielraum der Betrachter von Fotografien zu erweitern. Doch das ist nicht erst seit einigen Jahren so, sondern offenbarte den Ursprung bereits nach dem zweiten Weltkrieg: Die experimentelle Fotografie war geboren und mit ihr eröffneten sich künstlerische Freiheiten, welche ihre Reinkarnation mit den heutigen Filtern und digitalen Bildbearbeitungsprogrammen unter anderem in der Hochzeitsfotografie erlebt.

Fotokunst experimentelle Fotografie

Definition: Was ist experimentelle Fotografie?

Die Experimentelle Fotografie definiert einen Teil im Rahmen der künstlerischen Fotografie. Folgende Attribute werden damit betont:

  • spielerisch
  • abstrahierend
  • experimentell

Es ist nicht das Anliegen der experimentellen Fotokunst, Dokumentation und Realität abzubilden, wie es im Rahmen der klassischen Fotografie verfolgt wird. Die Ziele werden dahingehend verfolgt, fotografische Möglichkeiten zu erforschen. Außerdem bedeutet experimentell in diesem Zusammenhang, das Zusammenspiel aus Verschlusszeit, Licht und Blende wirken zu lassen. Dies kann entweder durch die absichtliche Bewegung der Kamera, durch Verfremdung im Labor oder durch die Bearbeitung mit gängigen Bildbearbeitungsprogrammen am PC umgesetzt werden. Der experimentell agierende Fotograf ist ambitioniert Neues, Überraschendes und Unerwartetes zu kreieren beziehungsweise zu schaffen.

Geschichte der experimentellen Fotografie

Die Experimentelle Fotografie basiert auf Vorbildern, welche sich über Fotomontagen und Fotoprogramme definieren. Deren Entstehung ist bereits in die Frühzeit der Fotokunst zurückzuführen. Hier können auch die experimentellen Bewegungsstudien zugerechnet werden, welche Eadweard Muybridge umgesetzt hat. Den Durchbruch erzielte die Fotografie auf experimenteller Ebene durch Rayogramme und Schadographien in den 1920er Jahren. Auch die Fotomontagen und Collagen der Surrealisten und Dadaisten haben ihren Teil dazu beigetragen. Der Künstler Man Ray gilt als einer der wichtigsten Vertreter der frühen Entwicklung experimenteller Fotografien.

Experimentelle Fotografie nach dem zweiten Weltkrieg

Nach 1945 wurde Genres durch einige Vertreter der subjektiven Fotografie belebt. Aber auch die chemischen Möglichkeiten welche die Farbfotografie bereithielt, sowie die damit einhergehenden verbesserten Techniken nahmen ihren bedeutenden Einfluss. Die Grenze zwischen der Malerei und der Fotografie konnte final im selben Zeitraum geschlossen werden. Dies gelang Josef H. Neumann, dem Erfinder des Chemogramms. Doch die Verbreitung dieser Innovation wurde letztendlich durch Pierre Cordier ins Leben gerufen.

Stilrichtungen der experimentellen Fotografie

Wirft man einen Blick auf die Strömungen der experimentellen Fotokunst, kristallisieren sich folgende Stilrichtungen heraus:

  • Subjektive Fotografie
  • Dadaismus
  • Surrealismus
  • Pop Art
  • Zeitgenössische Kunst

Die Subjektive Fotografie als wichtigste Strömung der experimentellen Fotokunst. Diese Stilrichtung wurde von Otto Steinert begründet. Dies geschah zu Beginn der 1950er Jahre. Die Definition verwies schon damals ausdrücklich auf eine Form der künstlerischen Fotokunst, bei der es darum geht auf die Wiedergabe objektiver Wirklichkeit zu verzichten und sich experimentell auszutoben. Stattdessen wird der Fokus auf die bildhafte Deutung gelegt, welche ihrem Betrachter subjektiven Interpretationsspielraum ermöglicht, wofür es ein gewisses Maß an Fantasie bedarf. Im Rahmen der subjektiven Fotokunst werden primär Schwarz-Weiß-Aufnahmen kreiert. Diese drücken sich in der Regel in graphischen Strukturen, abstrakten Formen und Linien von Licht und Schatten aus. Es gibt jedoch noch weitere Merkmale:

  • Surreal wirkende Situationen
  • Radikale Ausschnitte
  • Kontrastreiche Abzüge
  • Solarisationen
  • Negativabzüge

Dank der subjektiven Fotografie erlangte die Fotografie in ihrer Gesamtheit nach dem zweiten Weltkrieg künstlerische Legitimationen in größeren Dimensionen. Diese galten im Vorfeld aufgrund von dokumentarischer und Life-Fotografie als fast eliminiert. Die erste Ausstellung zum Thema subjektive Fotokunstwurde im Jahr 1951 von der Gruppe „fotoform“ ins Leben gerufen. Austragungsort war die Stadt Saarbrücken, von wo aus die Stilrichtung internationalen Anklang fand und das Interesse eines breiten Publikums wecken konnte.

Würde der Fotograf das Ergebnis der Fotokunst allein dem Wirken von Chemie und Licht überlassen, könnte man von einem getreuen Abbild der Natur sprechen. Doch das Verstellen des Objektivs und die gewählte Blende gelten bereits im Vorfeld als subjektive Eingriffe. Das hält viele Fotografen jedoch nicht davon ab, die reale Abbildung in ihren Fotos zu bewirken. Die experimentelle Fotokunst verlangt dem Fotografen nicht nur schöpferische Fantasie, sondern auch jede Menge Kreativität ab. Diese Form verwandelt sich dort in Kunst, wo der Künstler das Stadium der Experimente verlässt, da er sein gestalterisches Ziel auf souveräner Eben erreicht hat. Die chemischen und technischen Mittel, welche ihm zur Verfügung stehen, ermöglichen ein kreatives und freies Arbeiten, welches absolut nichts dem Zufall überlässt. Die geschichtlichen Vorbilder definieren sich über Fotomontagen, welche keine ernsthafte Absicht verfolgten und eher spielerisch angelegt wurden. Der Bereich samt seiner Seitentriebe welche sich bis in die Tiefen der technisch-wissenschaftlichen Fotokunst erstrecken, hat inzwischen so vielfältige Formen angenommen, dass sich lediglich die wichtigsten Verfahren aufführen lassen. Die Qualität von modernen Schwarz-Weiß- und Farbfilmen erlauben es dem Fotografen bereits im Rahmen der Aufnahme für beabsichtigt veränderte Motive zu sorgen. Dazu gehören:

  • Doppel- und Mehrfachbelichtungen
  • Sandwich-Verfahren
  • Farbverändernde Infrarotfilme

Die Verwendung von verschiedenen Filtern (Kontrast, Farbe und Trick) ermöglicht das freie Experimentieren mit Farben und Formen, welches in Zusammenspiel mit den unterschiedlichsten Filmen und Objektiven stattfindet. In der selben Weise bieten sich aktuelle Vergrößerungs- und Labortechniken an, wenn es darum geht Aufnahmen zu manipulieren. Zu den aktuellen Verfahren gehören:

  • Die Äquidensiten-Technik
  • Lichtmontagen
  • Tontrennungsmöglichkeiten
  • Mischoption
  • Kopierverfahren

Wie gestalten sich die Ergebnisse bekannter Künstler im Detail?

Der Fotograf Frank Machalowski hat sich beispielsweise auf Kundgebungen, Veranstaltungen, Straßen und öffentliche Plätze fokussiert. Die Kulissen werden mit analoger Technik auf Schwarz-Weiß-Filmen realisiert. Eine extrem lange Belichtungszeit welche sich über mehrere Sekunden erstreckt, sorgt für den blickfangenden Verfremdungseffekt, welcher sich weit vom Normalen und Alltäglichen distanziert.

Wie lässt sich diese Inszenierung in Worte fassen?

Schemenhafte Phalanxen und tentakelbewährte Lindwürmer: diese Attribute schildern nicht nur die optische Wahrnehmung, sie schieben sich im Rahmen der Interpretationsfreiheit geblendet ineinander, während sich Passanten in scheinbar endlosen Reihen an den monolithischen Strukturen von Großstädten vorbeischleichen. Der Mob hat es sich zum Ziel gesetzt, die Eingänge riesiger Konsumzentren zu verstopfen, ganze Rollfelder zu fluten, um sich wie Insektenschwärme von den vordefinierten oder auch eingebildeten Lichtquellen anziehen zu lassen. Zum Teil korreliert die Gleichförmigkeit auf Formationsebene, um schöpferische Architektur zu untermauern. Im Gleichschritt marschieren die Geisterhorden an den überdauernden Kasernenwänden unserer faden städtebaulichen Realität entlang. Doch hin und wieder kommt es vor, dass sich die Nebel aus zerflossenen Körpern zersetzen, um alles herum mit sich zu reißen, so scheint es. Die Assoziation mit Horrorfilmen lässt beim Betrachten seiner Fotos nicht lange auf sich warten und erinnert auch ein wenig spiritistischen Experimente um 1900. Kritischere Gedanken sind jedoch nicht ausgeschlossen. Die Fotos gestalten sich mehr als experimentell und definieren die primär die Erosion städtischer Räume, welche symbolisch für das kulturelle Vermächtnis, angelehnt an die Fremdsteuerung des Lebens stehen und dabei immer wieder in Form von undeutlichen Erinnerungen hervorbrechen. Macholowski wurde 1971 geboren und lebt noch immer in Leipzig. Die Hauptstadt rund um die Spree spiegelt er in seiner Bildserie „monster“ wider, welche die Faszination für „urban landscapes“ darstellt. Hier lautet das Motto: Bewegung zwischen Transitraum und Touristenattraktion. Der ehemalige Wirtschaftsberater zeichnet in seinen Arbeiten einen roten Faden ab, welcher sich durch alle bekannten fotografischen Serien schlängelt.

Je mehr man sich mit Fotografie beschäftigt umso mehr beginnt man die Welt mit völlig neuen Augen zu sehen. Überall gibt es Motive und Bilder, die man festhalten möchte. Im Studio hat man es als Fotograf sehr leicht. Objekte können so positioniert werden, dass sie von ihrer schönsten Seite aufgenommen werden können. Auch Models befolgen Anweisungen und nehmen die Pose ein, die man festhalten möchte. Die Arbeit mit Licht und Schatten ist problemlos möglich und die Lichtquellen können fast beliebig positioniert werden. Verlässt man das Studio wird es schwieriger. Hier hört niemand auf das Kommando des Fotografen. Das macht die Naturfotografie anspruchsvoll und abwechslungsreich.

Natur

Naturfotografie beschreibt die Fotografie im Freien. Gemeint sind hier Aufnahmen von Pflanzen und Tiere in ihrer natürlichen Umgebung. Anders als bei Architektur, oder Menschen, stellt das den Fotografen vor eine große Herausforderung. Das perfekte Bild entsteht, wenn man technisch alles richtigmacht und zum richtigen Moment abdrückt. Genau dieser zweite Teil macht Naturfotografie anspruchsvoller als die meisten anderen Fächer. Das gestochen scharfe Bild mit der perfekten Tiefenschärfe, auf dem ein einzigartiger Moment festgehalten wird, kann auf zwei Arten entstehen. Viele dieser Bilder sind das Produkt des Zufalls. Kurz bevor man den Auslöser betätigt, öffnet der Schmetterling seine Flügel und hebt ab. Das war unvorhersehbar, macht das Bild aber zu etwas ganz Besonderem. Der entscheidende Moment eines Naturschauspiels wurde für die Nachwelt festgehalten. Will man nichts dem Zufall überlassen, gibt es nur noch den harten Weg.

Bildkomposition in der Naturfotografie

Die Natur lässt sich nur in sehr begrenztem Maße beeinflussen. Will man also ein bestimmtes Bild machen, dann muss man darauf warten, dass die Beteiligten sich freiwillig in die Position begeben, in der man sie haben will. Das bedeutet für den Naturfotografen oft stundenlanges Warten. Warten, das man vor Ort verbringen muss und damit einerseits der Witterung ausgesetzt ist und andererseits manches Tier davor abschreckt näher zu kommen. Bilder müssen aus nächster Nähe, aus großer Distanz, bei Tags und auch in der Nacht aufgenommen werden. Je nach dem gewählten Motiv muss man oft lange in seinem Versteck verharren, bevor man die Gelegenheit bekommt, abzudrücken. Dann muss alles bereit sein und die Kamera perfekt funktionieren.

Fotosafari

Will man die langen Wartezeiten auf scheue Tiere sparen, gibt es die Möglichkeit im Zoo, oder im lokalen botanischen Garten Motive zu suchen. Die Zootiere sind an Besucher gewöhnt und bewegen sich in ihren Gehegen auch dann, wenn man mit der Kamera direkt davorsteht. Trotzdem ist auch hier Geduld gefragt. Moderne Zoos präsentieren die Tiere nicht mehr in einem kahlen Raum ohne Versteckmöglichkeiten. Stattdessen bewegen sie sich in einer sehr natürlichen Umgebung, in der es zahlreiche Bereiche gibt, die man als Besucher nicht einsehen kann. Auch hier muss man viel Zeit einplanen, wenn man ein außergewöhnliches Foto aufnehmen möchte. Eine kostspieligere Variante ist eine Big Five Safari. Auch hier muss man keine Zeit in die Suche des Motivs investieren. Die Guides sorgen dafür, dass man zumindest am richtigen Ort ist.

Giraffe bei einer Fotosafari

Big Five

Die fünf großen Tiere Afrikas sind legendäre Fotomotive. In der Naturfotografie ist eine Fotosafari ein guter Kompromiss. Hier wird man von erfahrenen Führern zu den Tieren gebracht. Da die Big Five in erster Linie für die Gefahr, die von Ihnen ausgeht, bekannt sind, kann es lebensgefährlich sein den Fünf in ihrer natürlichen Umgebung auf eigene Faust aufzulauern. Auch wenn man in unseren Breiten nicht auf Büffel, Leoparden, Elefanten, Nashörner und Löwen treffen kann, kann aber auch eine Fotosafari in die einheimische Natur interessant sein. Speziell in der Makrofotografie kann man erstaunliche Motive aufspüren und umwerfende Bilder aufnehmen. Die Naturfotografie schließt aber auch Landschaftsaufnahmen und Bilder von Pflanzen mit ein. Auch hier hat Mitteleuropa atemberaubende Motive zu bieten.

Licht und Wasser

Besonders spannend und auch sehr anspruchsvoll ist der Einsatz von Licht in der Naturfotografie. Das Problem dabei ist, dass man das Licht nicht verändern kann. Trotzdem kann man mit Langzeitbelichtung und Belichtungsserien selbst ein wenig über das Ergebnis entscheiden. Einheimische Wälder bieten viel Raum für Naturfotografie und erlauben Aufnahmen vom winzigen Detail bis zum scheinbar grenzenlosen Wald, der die Landschaft bis zum Horizont bedeckt. Speziell im Zusammenspiel mit Wasser entstehen im Wald ganz besondere Bilder. Spiegelglatte Seen, die den Hintergrund und den Himmel zu einer stimmungsvollen Einheit verschmelzen, können einem Bild einen Überraschungseffekt verleihen. Aber auch bewegtes Wasser ist ein dankbares Motiv. Das Spiel eines Wasserfalls, der in der Sonne strahlt ist ausdrucksstark und mächtig. Die Bewegung des Wassers kann man in Bächen und Flüssen mit langen Belichtungszeiten festhalten und so einen dynamischen Effekt erzielen. Aber auch Pfützen können ausreichen um die Eigenschaften des Wassers als Bereicherung für das Bild zu verwenden.

Naturfotografie

Das Fach der Naturfotografie ist ein breites Betätigungsfeld für Fotografen. Man verbringt viel Zeit in der Natur und stolpert ständig über interessante Motive. Die Wunder der Natur in Bilder zu bannen ist technisch herausfordernd und nicht zuletzt auch eine Frage der Ausrüstung. Wer aber schon einmal im Morgengrauen die Nebelschwaden und die Lichtstimmung am Waldrand aufgenommen hat, der weiß wie befriedigend es sein kann, das fertige Bild zu sehen. Auf dem Bauch liegend zwei Schmetterlinge, die sich in absoluter Symmetrie, wie Spiegelbilder gegenübersitzen, abzulichten ist nicht zuletzt ein Glücksfall. Zur Stelle zu sein, wenn die Natur ein beeindruckendes Motiv präsentiert ist die Glück. Dann die Kamera mit dem richtigen Objektiv zur Hand zu haben und den Moment in seiner ganzen Schönheit festzuhalten ist die Kunst bei der Naturfotografie.