Wir treffen uns in Bremen

Preisverleihung im Oktober – 15.7.2021 Einsendeschluss

Im Oktober werden die Auszeichnungen des deutschen Preises für Wissenschaftsfotografie in einer feierlichen Veranstaltung überreicht. Ort des Geschehens ist das soeben eingeweihte Haus der Wissenschaft in Bremen – einer Stadt, die in Sachen Wissenschaft das beste Image hat.

Für Wunder waren in Bremen jahrelang die Fußballer des SV Werder zuständig. Im Weserstadion wurden legendäre Pokalschlachten geschlagen, haushohe Rückstände wettgemacht und scheinbar unbesiegbare Gegner niedergerungen. In diesem Jahr läuft es nicht gut. Im Ligapokal schied der Club gegen den drittklassigen FC St. Pauli aus. Und die Champions-League verließ er durch einen über-

flüssigen Torwartpatzer. Gleichwohl ist Bremen weiter für manche Über­raschung gut. Doch für die Wunder an der Weser sind jetzt andere zuständig: die Wissenschaftler der Bremer Universität. Sie sorgen in dem von hoher Arbeitslosigkeit und überschuldeten Etats geprägten Bundesland für so manchen Lichtblick.
Die jüngsten Erfolgsmeldungen datieren von Ende Januar, als Deutsche Forschungsgemeinschaft und Wissenschaftsrat die ersten Ergebnisse der Exzellenzinitiative des Bundes verkündeten. Von 319 Antragsskizzen hatten die internationalen Gutachter 90 ausgewählt – und Bremen war in allen drei Förderlinien mit von der Partie. Zur Endausscheidung im Oktober werden nun zwei Vollanträge zu Graduiertenschulen eingereicht. Das 2001 nach Bremen vergebene DFG-Forschungszentrum Ozeanränder der Universität geht in der Förderlinie Exzellenz­cluster ins Rennen. Für die größte Überraschung sorgte die Aufforderung, gemeinsam mit neun weiteren Universitäten einen

Vollantrag in der Förderlinie Zukunftskonzepte – besser bekannt unter dem Etikett Elite-Uni – einzureichen. Das hat selbst Beteiligte überrascht: „Noch ist zwar nichts entschieden“, sagt Rektor Wilfried Müller. „Doch dass wir uns gegen starke Konkurrenz behauptet haben und jetzt mit Aachen, Heidelberg oder München in einem Atemzug genannt werden, ist schon eine große Sache.“

Meeres- und Materialforschung, Produktionstechnik und Sozialwissenschaften sind einige der Schwergewichte an der Bremer Universität. Vor allem den Meeresforschern ist es zu verdanken, dass Bremen im Verbund mit der Schwesterstadt Bremerhaven Meilensteine auf dem Feld der Wissenschafts­kommunikation setzen konnte. Frei nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber. „Wir haben das Gespräch mit der Bevölkerung, mit den Schulen und Medien vor gut zehn Jahren begonnen“, erinnert sich Gerold Wefer, Direktor des Forschungszentrums Ozeanränder und Träger des Communicator-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Mit viel Engagement und gutem Willen wurden damals erste, handgestrickte Ausstellungen verwirklicht. 2002 gab es dann die ersten Glanzlichter: Im Jahr der Geowissenschaften findet der Wissenschaftssommer in Bremen statt, und das Ausstellungsschiff Jenny, inzwischen für „Wissenschaft im Dialog“ unter-
Wo bis vor Kurzem historische Versuchsaufbauten ausgestellt wurden, hängen ab Oktober die prämierten Wissenschaftsfotos.

wegs, tourt erstmals durch Deutschland. 117 000 Menschen besuchen die an Bord gezeigte Ausstellung „Abenteuer Meeresforschung“. Drei Jahre später folgt der bisherige Höhepunkt: Bremen/Bremerhaven gewinnen den Wettbewerb des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und werden zur ersten „Stadt der Wissenschaft“ gekürt.

 

„Viele Anstrengungen und Bemühungen zahlen sich erst später aus“, sagt Wefer. Das von der Stadt finanzierte Haus der Wissenschaft sei ein gutes Beispiel. Auch dass die Auszeichnungen des deutschen Preises für Wissenschaftsfotografie hier vergeben werden, verdankt Bremen nicht zuletzt den jüngsten Achtungser folgen. Sie haben die Initiatoren dieses Preises überzeugt, dass Bremen der beste Partner für die Festveranstaltung ist.

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